NaWi-Abend 2012
Abend der Naturwissenschaften
Am 26.01.2012 fand der gut besuchte erste „Abend der Naturwissenschaften“ von 19-21 Uhr in den Fachräumen der Biologie und Chemie statt. Die Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 präsentierten ihren Eltern und anderen Interessierten die auf Plakaten dargestellten und teilweise durch Modelle oder Experimente ergänzten Ergebnisse einer 15-stündigen Projektarbeit zu individuell gewählten naturwissenschaftlichen Fragestellungen.
Organisiert wie ein wissenschaftlicher Kongress hatten die Eltern die Gelegenheit, bei einem Rundgang durch die Räume aller beteiligten Klassen mit den Schülern in Kontakt zu treten und sich zu ausgewählten naturwissenschaftlichen Themen im Gespräch mit den Schülern zu informieren. In einer Präsentationsphase vor geschlossenem Publikum wurden neben ausgewählten PPT-Präsentationen auch andere Präsentationsformen wie zum Beispiel Talk-Shows oder Theaterstücke ausgeübt und das Publikum z.B. durch Quizfragen in die Präsentation eingebunden.
Das Themenspektrum war sehr umfassend: von biologischen Fragestellungen wie zum Beispiel „Wie und warum verändert das Chamäleon seine Farbe?“, „Wie schützen sich Tiere vor extremer Kälte“ über physikalische Themen „Warum kann ein Hubschrauben in großen Höhen nicht fliegen„ oder „Wie wird Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt“ bis hin zur Chemie „Säuren und Basen im Haushalt“ oder sogar Forensik „Rund um den Fingerabdruck“ und Medizin „Entstehung und Prophylaxe von Thrombose“ wurde ein breiter Querschnitt durch alle Naturwissenschaften geboten (Link: Themen im PDF-Dokument).
Die vielen positiven Rückmeldungen von Eltern und Schülern zeigen, dass der Abend als Erfolg gewertet werden kann. Die Aussage einer Schülerin „Ich hätte nicht gedacht, dass sich so viele für unser Thema interessieren“ steht kennzeichnend für die Erfahrung, dass Kenntnisse und Kompetenzen in den Naturwissenschaften auch außerhalb von Schule von Interesse sind.
Fotos: Do
Dieser Abend der Naturwissenschaften ist eine der vielen Maßnahmen, die am ASG zur Förderung der Naturwissenschaften ergriffen werden (Link: Leitbild). Vor allem die „harten“ Naturwissenschaften Chemie und Physik sind bei den Schülern oft unbeliebt und das Interesse an ihnen nimmt im Vergleich zu anderen Fächern vor allem in der Sekundarstufe ab. Das eigene Interesse ist jedoch die größte Lernmotivation des Menschen und macht Lernen wirksam und dauerhaft. Es ist empirisch nachweisbar, dass das Lernen mit Interesse die Bereitschaft zum Weiterlernen positiv beeinflusst, wobei Interesse als persönliche Vorliebe, sich mit bestimmten Dingen zu beschäftigen, zu verstehen ist. Man nimmt an, dass das Interesse durch Formen des interessengeleiteten Lernens geweckt werden kann, da hier in hohem Maße die Motivation beeinflussenden Faktoren wie das Erleben der eigenen Fähigkeiten und Selbstbestimmung im Vordergrund stehen. Die Bearbeitung individueller Fragestellungen im Rahmen eines Projektes ist eine Maßnahme der Interessenförderung durch interessengeleitetes Lernen.
Was für die Musiker und Musikerinnen unserer Schule selbstverständlich ist – regelmäßige Konzerte in denen sie ihre Kompetenzen vor einem großen Publikum zeigen können – wollen wir unseren Schülerinnen und Schülern jetzt auch in den Naturwissenschaften ermöglichen. Um Interesse an Mathematik oder einer Naturwissenschaft zu entwickeln, müssen sich die Schülerinnen und Schüler in der Auseinandersetzung mit mathematischen oder naturwissenschaftlichen Sachverhalten und Problemen als erfolgreich, wirksam und kompetent erleben. Das Erleben von Kompetenz wird durch die Information bestimmt, die der Schüler oder die Schülerin aus dem Gelingen einer Tätigkeit, den Fortschritten über die Zeit und dem Vergleich mit anderen Schülern ziehen kann. Ebenso wichtig sind Rückmeldungen, die andere Personen geben. Sie können Zutrauen signalisieren und auf Fortschritte aufmerksam machen, aber auch Leistungen abwerten oder die Befähigung grundlegend in Frage stellen. Ein Kongress mit der Möglichkeit der Präsentation vor fremden Besuchern bietet den Schülern genau diese Möglichkeit der individuellen Rückmeldung und Kompetenzerfahrung und fordert sie stärker heraus als Präsentationen im Klassenverband.
Die Beobachtungen während dieses Abends haben uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und so heißt es: Bis zum nächsten „Abend der Naturwissenschaften“ am ASG.