Ein Ausflug in DIE ZEIT 2020

Die 8e auf Reisen durch DIE ZEIT

Nachdem wir uns mit dem Thema „Zeitung“ lange und ausführlich im Deutschunterricht beschäftigt haben, durften wir am Abend des 28.01. der Redaktion der Zeitung „DIE ZEIT“ einen Besuch abstatten.
Dank Frau Hargesheimer, unserer Deutsch- und Klassenlehrerin, konnten wir nicht nur beim „Unter-Freunden-Abend“ Fragen an Giovanni di Lorenzo, den Chefredakteur, und Iris Mainka, die Chefin vom Dienst, stellen, sondern auch die Gestaltungsabteilung der ZEIT besichtigen.

Dafür trafen wir uns um 18:00 Uhr in der Eingangshalle des Helmut-Schmidt-Hauses, in dem sich die Redaktion der ZEIT befindet. Dort holte uns eine Mitarbeiterin der ZEIT ab und führte uns in den fünften Stock, wo die Gestaltungsabteilung ist. Wir hatten die Möglichkeit, einigen Mitarbeitern über die Schulter zu schauen und Fragen zu stellen. Dabei erfuhren wir, wie zum Beispiel die Bilder ausgewählt werden und warum die ZEIT das Stadtwappen von Bremen im Firmenlogo hat. Außerdem bekamen wir mehrere Varianten der nächsten Titelseite zu sehen, jeweils mit einem anderen Bild. Obwohl wir die Redaktion nur acht Stunden vor Redaktionsschluss besuchten, war die Zeitung noch längst nicht fertig, im Gegenteil: Die wenigsten Seiten waren druckbereit.

Um 19:30 Uhr begann dann der „Unter-Freunden-Abend“, bei dem „Freunde der ZEIT“, also Abonnenten, einen Einblick in die Arbeit erhalten, die hinter der Zeitung steckt, und die Möglichkeit bekommen, Fragen zu stellen. Als erstes erzählte Iris Mainka, die als „Chefin vom Dienst“ dafür zuständig ist, zu bestimmen welches Ressort der Zeitung welchen Artikel veröffentlichen darf, wie lang dieser Artikel sein soll und auf welcher Seite er erscheint, von ihrer Arbeit. Wir lernten, dass Unternehmen viel Geld dafür bezahlen, dass ihre Werbung auf bestimmten Seiten gedruckt wird und dass es durchaus vorkommen kann, dass ein der Werbung widersprechender Artikel direkt auf der nächsten Seite abgedruckt ist, sahen den Plan einer Zeitung, wo einige Seiten bereits für Werbung reserviert waren, und bekamen erklärt, wie eine Arbeitswoche bei der ZEIT abläuft.

Nachdem Iris Mainka gegangen war, kam Giovanni di Lorenzo, der Chefredakteur. Als Chefredakteur muss er sich neben seinen journalistischen Aufgaben auch um Koordination, Organisation, Führung und Kontrolle der Redaktion kümmern, er ist für den Inhalt der Zeitung verantwortlich. Giovanni di Lorenzo erzählte uns, wie man Journalist werden kann, wie die ZEIT sich entwickelt und was für den Verkauf wichtig ist. Des Weiteren berichtete er, wie der Druck der Zeitung einmal zwei Stunden nach Beginn abgebrochen werden musste, weil ein Fehler entdeckt wurde, wie problematisch Interviews sein können, weil der Interviewte vor dem Veröffentlichen noch einmal lesen darf, was er gesagt hat, und manchmal die besten Aussagen wieder zurückzieht, und dass es passieren kann, dass man aufgrund eines unerwarteten, wichtigen Ereignisses den Artikel auf der Titelseite kurzfristig ändern muss, wie auch in der Woche, als wir dort waren: Eigentlich sollte ein Artikel über Neuanfänge auf der Titelseite erscheinen, aber wegen der Aktualität, die für Wochenzeitungen wie die ZEIT schwierig sein kann, wurde doch ein Artikel über den Corona-Virus für die Titelseite genommen. Auch interessant war das System, mit dem alle Artikel kontrolliert werden. Sie gehen durch die Hände von ungefähr zehn Leuten und es können trotzdem noch Fehler darin enthalten sein.

Alles in allem war es ein sehr lehrreicher Abend – es ist einfach unglaublich, wie viel Arbeit und wie viele Gedanken und Ideen hinter einer Zeitung stecken und mit wie viel Konzentration unter hohem Druck gearbeitet werden muss – aber danach waren wir ziemlich müde, denn so viel erzählt zu bekommen dauert eine Weile und ist anstrengender als man denkt. Um den Abend perfekt zu machen und uns wieder etwas wacher werden zu lassen, schneite es auf dem Rückweg und als ich durch den Schnee nach Hause lief, dachte ich darüber nach, wie wichtig es heutzutage ist, gut informiert zu sein, und wie schwierig es ist, herauszufinden, ob eine Quelle vertrauenswürdig ist, weil es durch moderne Medien so verdammt einfach ist, Fehlinformationen zu verbreiten.

Zoe